Die Geschichte der Franzosengräber

Die Geschichte
der Franzosengräber

Diese Website ist all den Menschen gewidmet die nun seit fast zwei Jahrhunderten die beiden französischen Kriegsgräber geachtet und über Generationen hinweg zu deren Erhalt beigetragen haben

Die Franzosengräber bei Faßmannsreuth

Wegweiser zu beiden Franzosengräbern
Wer von Rehau aus auf der ehemaligen Gemeindestraße nach Faßmannsreuth, heute eine für den Autoverkehr gesperrte Forststraße, unterwegs ist, entdeckt, kurz bevor der Weg den Wald verlässt, auf der rechten Seite ein in den französischen Farben Blau-Weiß-Rot gehaltenes Hinweisschild. Folgt man dem Pfad, erreicht man nach etwa 20 Metern eine Grabstätte, an deren Grabkreuz auf einer Tafel zu lesen ist: „Fern seiner Heimat ruht hier ein unbek. franz. Soldat 1813“. Diese Grab- und Gedenkstätte ist als der „hintere Franzos“ bekannt und gab auch der Waldabteilung „Franzose“ im Rehauer Forst ihren Namen.

Etwas weiter nördlich durchquert die Kreisstraße HO 4 den Rehauer Forst, die Rehau mit den Dörfern Ludwigsbrunn, Sigmundsgrün und Faßmannsreuth verbindet. Kurz vor dem Waldrand, nahe Ludwigsbrunn, findet man linkerhand einen Stein in Form eines napoleonischen Dreispitzes unter einem ebenfalls in den Trikolorefarben gehaltenen Wegweiser, der zu einem zweiten Soldatengrab leitet, das mit demselben Hinweis versehen ist. Der Volksmund spricht hier vom „vorderen Franzos“.

Der Napoleonshut
Der als „Napoleonshut“ bezeichnete Granitfindling stammt aus der Nähe von Niederlamitz im Fichtelgebirge und wurde 1971 von Max Prell, einem gelernten Steinmetz, dort aufgestellt. Die Ausgestaltung des Zugangs mit Steintreppe, Tisch und Bank geht ebenfalls auf Prell zurück. Am Grab selbst befindet sich neben Kreuz und Grabschmuck seit 1963 eine Marmorplatte, die André Chazallet und die „Groupe Culturel“ aus Bourgoin-Jallieu mitgebracht hatten.

Um zu verstehen, warum zwei unbekannte Franzosen ihre letzte Ruhestätte ausgerechnet im Rehauer Forst gefunden haben und was das Besondere an der Geschichte der Gräber selbst ist, müssen wir uns auf eine kurze Reise in die deutsch-französische Vergangenheit begeben.